Rambin, 26. Januar 2020. Gemeinhin sind Straßen wenig spektakulär. Wir freuen uns, wenn wir bald ankommen, ärgern uns über Staus oder Emissionen von Lärm und Abgasen. Alltagsgeschichten halt, wer denkt schon lange darüber nach? Etwa wie im Falle der (nicht mehr so ganz neuen) B 96 auf Rügen.
B 96 bei Rambin.
Dabei ist diese Straße etwas ganz Besonderes. Nicht allein auf unserer Insel, sondern auch auf der gesamten Strecke. Sie verbindet uns auf 545 Kilometern mit dem sächsischen Zittau im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Darüber, was es am Rande dieser B 96 an neuen und historischen Besonderheiten gibt, habe ich für Euch zwei Internetseiten zusammengestellt.
Schaut mal rein empfiehlt Euer Nachbar Frank Levermann
Rambin/Kubitzer Bodden. Bötchen fahren, Fische angeln: Manchmal geriet das im Hafen von Rambin zum Problem. Dann nämlich, wenn der Kubitzer Bodden Niedrigwasser hatte, saßen Segeljollen und Motorboote fest im Schlick. Das Dilemma wurde jetzt ein für alle Mal beseitigt.
Das Wunderfahrzeug namens Truxor („Made in Sweden“) kann auf Ketten fahren und auf dem Wasser schwimmen.
Dank einer Innovation, die sich der Samtenser Logistiktunternehmer Gerald Köhler hat einfallen lassen und einer Investition von 140.000 Euro, die er sich geleistet hat. Tausend Kubikmeter Schlick verschwinden jetzt aus dem Hafenbecken des Anglervereins – mit der „Gewässerinternen Sedimentverlagerung“. So lautet das Vorhaben in der Genehmigung des Nationalparkamtes. Und das funktioniert so: Das Wunderfahrzeug namens Truxor („Made in Sweden“) kann auf Ketten fahren und auf dem Wasser schwimmen. In der Sedimentverlagerungs-Version hat es vorn einen Saugrüssel mit einer Spirale, hinten einen 120 Meter langen Abfuhrschlauch, über den der Hafenmodder an anderer Stelle im Bodden wieder abgelagert wird.
Gerald Köhler
Für den Samtenser Unternehmer tut sich damit ein zusätzliches Geschäftsfeld auf, mit dem er künftig in Fischzuchtteichen, kleinen Segler- und Anglerhäfen Abhilfe gegen Verlandung schaffen kann. Durch entsprechende Anbaugeräte an seinem „Truxor“ kann er auch dem Algenbewuchs und anderer Verkrautung in Gewässern zu Leibe rücken. Selbst das Problem der ufernahen Vermüllung – wie es zum Beispiel an den städtischen Teichen von Stralsund zu beobachten ist – lässt sich mit einem entsprechendem Anbaugerät an Köhlers Wunderfahrzeug bewältigen. Der Unternehmer aus Samtens: „Das ist auch für meine Mitarbeiter ein Training mit dem neuen Gerät.“ Und die Angler vom Kubitzer Bodden in Rambin können künftig besser mit ihren Booten aus dem Hafen kommen.
Zwei Jahre lang hat er sich mit der Materie befasst und den Markt analysiert: „Ich finde hier in eine Marktlücke, denn große Unternehmen sind an den kleinen Gewässer nicht interessiert, und den Anrainern biete ich eine kostengünstige Problemlösung an.“ Auch für die Gemeinde Rambin eröffnet sich die Chance, einen neuen Betrieb anzusiedeln. Gerald Köhler erwägt, diesen Geschäftszweig in Rambin zu etablieren: „Dafür suche ich derzeit eine geeignete Halle.“
Zurück zum Saisonschluss am Anglerhafen. Segel- und Motorboote sind hoch und trocken ins Winterlager verbracht. Wie in jedem Jahr treffen sich die Mitglieder des Anglervereins zu den anstehenden Arbeiten am Ende der Saison: Die Holzböden sind vom Steg abzunehmen und unterm Dach sicher zu lagern, die Markierungsfahnen aus der Fahrrinne zu holen, schließlich das Laub vom Hafengelände zu räumen. Obligatorischer Abschluss: Die heiße Knackwurst mit einem herbstlich kühlen Bier. Der Winter kann kommen.
Rügen hat nicht nur Seebäder mit tollen Stränden, feinen Restaurants und Multi-Sternehotels zu bieten. Es gibt auch magische Orte, an denen noch Geheimnisse zu Hause sind und die man am besten als Wanderer besucht. Ein solcher Ort ist der Hexenwald mit seinen seltenen Krüppelbuchen unweit von Lietzow. Weiterlesen…
Einem Finger gleich streckt die Halbinsel Reddevitzer Höft in den Rügenschen Bodden. Wäre Emanuel Kant hier entlanggestreift, er hätte die Landschaft in seiner Abhandlung über die transzendentale Ästhetik erwähnt. Denn das Reddevitzer Höft ist, je weiter Du voran kommst, eine ästhetische Herausforderung an die Sinne. Die landschaftliche Schönheit erreicht das Happy End am Casper Ort – dem äußersten Zipfel des Reddevitzer Höfts. Kein Wunder, wenn eine Buche am Rand der Klippe sich seit Jahren weigert, vom Riff zu stürzen. Weiterlesen…
Rügen/Rambin. Ein Freiburger kämpft um den Erhalt eines alten Pfarrhauses auf Rügen. Auch Freunde historischer Bausubstanz auf der Insel engagieren sich. Die evangelische Kirchengemeinde hält Erhalt und Restaurierung für nicht finanzierbar. Sie will das mehr als 250 Jahre alte reetgedeckte Fachwerkhaus abreißen lassen und durch zwei neue Häuser ersetzen. Die ganze Geschichte kannst Du hier lesen…
Veröffentlicht unterRambin, Rügen|Kommentare deaktiviert für Abreißen oder restaurieren? Streit ums alte Pfarrhaus
Viele freuen sich über das Wahlergebnis heute in unserem Nachbarland. Ich finde, es ist Grund genug aufzuatmen und an ein zusammenhaltendes, solidarisches und friedliches Europa weiterhin zu glauben. Warum? Hier meine Erfahrung: http://ruegen-entdecker.de/europas-lehre/
Apfelblüte in Rambin angekommen – im vergangenen Jahr am 30. April.
„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.” Dieser Satz ist von Martin Luther überliefert. Ob er das wirklich so gesagt hatte, kann allerdings nicht belegt werden. Sicher ist indes, dass sich das jüngst gepflanzte Apfelbäumchen in unserem Garten schon jetzt auf die Blüte vorbereitet.
Ausschnitt aus dem 360-Grad-Panorama mit Szenen aus der Reformationszeit vor 500 Jahren in der Lutherstadt Wittenberg. Geschaffen hat es der Eigner des Landgasthauses in Rambin-Götemitz, der Berliner Künstler Yadegar Asisi.
Der SWR hat die Wanderung der Apfelblüte von Süd nach Nord aus Beobachtungen Tausender Zuschauer in einem 1-Minuten-Clip zusammengeführt. In unserem Garten hat die Blüte im letzten Jahr am 30. April ihre volle Pracht erreicht. Man kann sich ja auch über Kleinigkeiten freuen.
Zurück zu Luther, und jetzt aufgepasst, liebe Rambiner: Vom Eigner des Landgasthauses in Götemitz – Yadegar Asisi – ist in Wittenberg das eindrucksvolle Luther-Panorama geschaffen worden. Wir haben uns dort schon mal umgeschaut, bevor der ganze Trubel um den 500. Jahrestag der Reformation losgeht. Eindrucksvoll.
In der Lutherstadt Wittenberg war die Apfelblüte übrigens zwei Wochen schneller als auf Rügen.
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Entdecken lohnt sich; Rügen ist wirklich ein Juwel. Wenn Du die Bilder anklickst, kannst Du sie in voller Größe sehen.