Lagune in der Ostsee

Die Satellitenaufnahme zeigt eindrucksvoll die zerklüftete Boddenlandschaft, die sich von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst im Westen bis zum Greifswalder Bodden im Südosten der Insel Rügen erstreckt. Quelle satego.de

Die Satellitenaufnahme zeigt eindrucksvoll die zerklüftete Boddenlandschaft, die sich von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst im Westen bis zum Greifswalder Bodden im Südosten der Insel Rügen erstreckt. Quelle satego.de. Typisch für Rügen sind die Boddengewässer. Sie entstanden während der jüngsten Eiszeit vor 5.000 bis 6.000 Jahren und formten diese eigenartig zerklüftete Küste. Also, noch eine sehr junge Landschaft, die sich zudem Jahr für Jahr weiter verändert.

Sanddornhecken wachsen am Kubitzer Bodden nahen der Neuendorfer Kate.

Sanddornhecken wachsen nahe der Neuendorfer Kate.

Rambin, Dezember 2012. Bodden sind durch Inseln oder Landzungen vom Meer abgetrennte flache Küstengewässer. Du kannst das sehr gut auf dem Satellitenbild erkennen. „Anderswo nennt man einen derartigen Lebensraum Lagune”, heißt es auf der Website des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Das Wasser ist weniger salzhaltig als das in der offenen Ostsee.

Weideflächen im südlichen Bereich des Kubitzer Boddens werden dreimal im Jahr abgeerntet.

Weideflächen im südlichen Bereich des Kubitzer Boddens werden dreimal im Jahr abgeerntet.

Der Kubitzer Bodden zeigt sich gegenüber der offenen Ostsee ein bisschen verschlossen. Das Bild oben zeigt in der Mitte die schwarze Wasserfläche, die begrenzt ist im Osten durch das „Seepferdchen” Hiddensee und die sich von Ost nach West erstreckende Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Südlich vom Kubitzer Bodden erkennst Du den Strelasund, der zwischen Rügen und Stralsund verläuft.

Die Boddenlandschaft des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft erstreckt sich von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst im Westen bis zum Greifswalder Bodden südöstlich von Rügen.

Anders als die Küste zur offenen See mit ihren Stränden sind die Bodden von dichtem Schilf umgeben. Im Sommer bilden sie ein Grünes Band entlang der Ufer.

Anders als die Küste zur offenen See mit ihren Stränden sind die Bodden von dichtem Schilf umgeben. Im Sommer bilden sie ein Grünes Band entlang der Ufer.

Schilf umsäumt den Kubitzer Bodden. In der Küstenlandschaft rundum finden viele Vogelarten Nahrung und Schutz. Betreten der Schilfgürtel braucht gar nicht erst verboten zu werden: trockenen Fußes kommt da niemand wieder raus.

Anglerhafen am Kubitzer Bodden. Nur flachgehende Boote können das Gewässer befahren.

Anglerhafen am Kubitzer Bodden. Nur flachgehende Boote können das Gewässer befahren.

Der Kubitzer Bodden ist bekannt für seinen Fischreichtum. Hier werden hauptsächlich Hecht, Zander und Barsch gefangen. Davon können Dir die Leute vom Rambiner Anglerverein erzählen. Wenn Du nicht selbst angeln willst oder darfst, kannst Du Dich direkt beim Fischer Henry Diedrich eindecken. Der Traditionsfischer von Ummanz ist im Kubitzer Bodden und den Nachbargewässern unterwegs.

Schilfernte: Erst im späten Winter, wenn das Schilfrohr durchgetrocknet ist, lässt es sich ernten und für das Eindecken von Hausdächern verwenden.

Schilfernte: Erst im späten Winter, wenn das Schilfrohr durchgetrocknet ist, lässt es sich ernten und für das Eindecken von Hausdächern verwenden.

Im späten Winter bei trockener Wetterlage wird die Ruhe an einigen Stellen gestört. Es ist Zeit für die Ernte in ausgewählten Schilfgürteln. Aber längst nicht jedes Jahr, denn das Schilfrohr braucht Zeit zum Nachwachsen. Der Naturschutz hat auch ein Wörtchen mitzureden. Nach dem Schnitt wird es in Bündeln getrocknet und zum Eindecken von Hausdächern verwendet. Reetdächer gehören seit Jahrhunderten zum norddeutschen Landschaftsbild. In Mecklenburg-Vorpommern nennt man sie übrigens Rohrdächer. Die ersten Reetdächer hat es bereits um 4000 vor  Christus gegeben.

Für Surfer ist der Kubitzer Bodden noch ein Geheimtipp. Bei gutem Wind finden sich hier meist Einheimische ein.

Die Wanderung über den Deich bietet ein immer wieder wechselndes Naturerlebnis mit Melodien der Natur (Video unten). Vor allem im Herbst, wenn Zigtausende von Kranichen aus dem Baltikum und von Skandinavien auf ihrer Reise in den Süden in der Boddenlandschaft für mehrere Wochen Rast machen. Gänseschwärme unterbrechen die Stille am Bodden, oder Schwäne ziehen mit singendem Flügelschlag vorüber.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.