Dorf mit Selbstbestimmung

982 Menschen wohnen in Rambin. 31,43 Quadratkilometer groß ist die Fläche (27 davon landwirtschaftlich genutzt). Zum Vergleich die nahegelegene Hansestadt Stralsund, flächenmäßig kaum größer als Rambin: Die 38,97 Quadratkilometer teilen sich 57.670 Einwohner. Kurzum – Stralsund hat viel mehr Menschen, Kulturgüter und Infrastruktur. In Rambin wohnen weniger Leute, und es passiert nicht so viel. Dennoch gilt es immer etwas zu regeln in der Gemeinde.

War es nicht ein idyllischer Briefkopf, den Rambin noch 1993 hatte? Viele ehemalige Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter wandten sich vor allem in den Neunzigerjahren an die Gemeinde, um ihre Arbeitszeit in Rambin bescheinigt zu bekommen. Das war als Nachweis für ihre Rentenversicherung in Polen wichtig.

War es nicht ein idyllischer Briefkopf, auf dem der Bürgermeister noch 1993 seine Botschaften verfasste? Heute hat sich das Briefformular der neuen Zeit angepasst. Ein Rathaus indes gibt es in Rambin nicht. Der Bürgermeister hat ein Besprechungszimmer im Sportlerheim. Zur Sprechstunde am Dienstagnachmittag kann jedermann kommen – auch ohne Anmeldung. Und für die Sitzungen von Gemeindevertretung und Ausschüssen gibt es im Sportlerheim einen Sitzungsraum, der auch als Treffpunkt für Bürger dient.

Dafür gibt es eigens eine gewählte Gemeindevertretung mit Bürgermeister, Stellvertretern, Ausschüssen, Haushaltssatzung und allem Drum und Dran. Großer Aufwand für kleines Kaff? Nicht wirklich, alle kümmern sich ehrenamtlich um Schlaglöcher, Ausbau und Unterhalt von Wegen Straßen und Radfahrstrecken, auch um die Akquisition von Fördermitteln. Wer genau hinguckt: der Ort ist im Großen und Ganzen gut in Schuss. Hier funktioniert die kommunale Selbstverwaltung. Besser als in manchen großen Städten.

Nach der jüngsten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 steht fest, wer in den kommenden Jahren in der Gemeindevertretung die Hauptverantwortung trägt: Bürgermeister ist weiterhin Christian Thiede (FDP, Schulleiter im Ruhestand), der bei der Kommunalwahl mit respektablen 59 Prozent der Stimmen von Rambiner Bürgerinnen und Bürgern gewählt worden ist. Seine Stellvertreter wurden in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung im Juni einstimmig gewählt: Erster Stellvertreter ist jetzt Andreas Klug (CDU, Vermessungsingenieur), zweiter Stellvertreter Hendrik van Reemen (CDU, Unternehmer).

Drei Ausschüsse werden in der Gemeindevertretung arbeiten. Im Hauptausschuss hat Christian Thiede kraft Gesetz den Vorsitz. Zu seinem Stellvertreter wurde in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung Andreas Klug gewählt.

In den nächsten fünf Jahren werden neun Frauen und Männer in der Gemeindevertretung das Sagen haben, wenn es um Projekte und Geld geht. Vor welchen Fragen die kleine Gemeinde in der neuen Wahlperiode steht, findest Du in diesem Beitrag: Rambin: Fragen vor der Wahl. Und was drei Kandidaten aus ihrer Erfahrung berichten und für die Zukunft versprechen, sagt Dir der Beitrag Zur Wahl: Drei von achtzehn.

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